«Chlorothalonil und Glyphosat sind weniger schädlich als ein Glas Whisky»

- 100 Badewannen voll Wasser pro Tag: So viel könnte ein Mann von 90 Kilo beim aktuell gültigen Grenzwert von Chlorothalonil in der Schweiz bedenkenlos trinken, ohne gesundheitliche Schäden davonzutragen. Jürg Vollmer, Agrarjournalist und Chefredaktor von «die grüne», widerlegt in einem Blogartikel die Vorurteile zur «Pestizidhölle Schweiz».

«Chlorothalonil und Glyphosat sind weniger schädlich als ein Glas Whisky»

«Die Pflanzenschutzmittel Chlorothalonil und Glyphosat sind weniger gesundheitsgefährdend als ein Glas Whisky» – das schreibt Jürg Vollmer, Agrarjournalist und Chefredaktor von «die grüne» in seinem neusten Blogartikel auf dem Online-Portal Watson. Er reagiert damit auf Schlagzeilen, die gewisse Schweizer Gemeinden aufgrund ihres Grundwassers als «Pestizidhöllen» bezeichnen. Um diese Behauptungen zu wiederlegen, bedient sich Vollmer einem Rechenbeispiel, dass die Schädlichkeit des seit Anfang 2020 verbotenen Fungizids Chlorothalonil in Relation stellen soll.

Vollmer rechnet: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA nenne eine erlaubte Tagesdosis (ETD) von 0,015 Milligramm Chlorothalonil pro Kilogramm Körpergewicht. Der Trinkwasser-Grenzwert für Chlorothalonil liegt in der Schweiz bei 0,0001 Milligramm pro Liter. Um diese Menge aufzunehmen, müsste der 90 Kilogramm schwere Jürg Vollmer laut seiner Hochrechnung also 13’500 Liter Wasser trinken. Das entspricht rund 100 Badewannen pro Tag – eine undenkbare Menge.

Dies veranlasst Vollmer, einen Vergleich des Berner Kantonschemikers Otmar Deflorin herbeizuziehen, der die Schädlichkeit von Chlorothalonil und Whisky vergleicht. Whisky enthalte mit 40 Prozent Alkohol ein Zellgift, das nachweislich Leberkrebs verursache. «Mit einem einzigen Glas Whisky nehmen Sie eine viel grössere Menge an toxischen Substanzen ein, als wenn Sie einen Liter von unserem Wasser trinken», bringt es Deflorin auf den Punkt. Wer sich also beim nächsten Gang in den Laden überlegt, Trinkwasser aus einer Pet-Flasche zu kaufen, statt später vom Wasserhahn zu trinken, sollte sich besser beim nächsten Glas Whisky an der Nase nehmen.

Das gesunde Mass – 982 Kilogramm Brot

Es folgen weitere Praxisbeispiele – eines zu Glyphosat, dem weltweit weitverbreitetsten Herbizid. Nach gleichem Schema wie oben kommt Vollmer nach seiner Berechnung auch in diesem Fall zum Schluss: «Bis zur erlaubten Tagesdosis Glyphosat könnte ich ohne gesundheitliche Folgen täglich (!) ein Leben lang 108 Kilogramm Teigwaren oder 982 Kilogramm Brot essen oder 2400 Liter Wein trinken.» Diese Dimensionen zeigen laut Vollmer, dass von «Pestizidhöllen» wohl kaum die Rede sein kann.

Das Fazit des «Smart Farming-Blogs» zu den Pflanzenschutzmitteln Chlorothalonil und Glyphosat: Das Wasser kann in der Schweiz in jeder Gemeinde bedenkenlos aus jedem Wasserhahn getrunken werden.

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